«Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen.»

Chinesisches Sprichwort

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Digitaler Jetlag – Kapitel 2

Gegen die Classe politique

Letztlich ging es aber auch bei den Bündner Auto-Wirren um mehr als nur um Verkehrspolitik. Das Automobil als Symbol des Fortschritts und damit der radikalen Veränderung war zu einer Projektionsfläche geworden, um «denen da oben» eins auszuwischen. Die Stimmabgabe erfolgte aus einer allgemeinen Unzufriedenheit heraus und richtete sich gegen die etablierte Politik. Ein Verhaltensmuster, das nichts an Aktualität verloren hat. Rom hat den Protest gewählt. Mit dieser Schlagzeile kommentierte das Tagblatt die Wahl von Viriginia Raggi ins Bürgermeisteramt. Bei der Bundespräsidenten-Wahl in weiterlesen

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Digitaler Jetlag – Kapitel 1

Es gibt nichts Neuer unter der Sonne

Am 17. August 1900 verbot die Regierung des Kantons Graubündens «das Fahren mit Automobilen auf sämtlichen Strassen». Und dabei blieb es bis Mitte der zwanziger Jahre. Der Versuch, das Verbot zu lockern, scheiterte nicht weniger als zehnmal am Stimmvolk. Die Abneigung der Bündner richtete sich unter anderem «gegen die Sportautomobile, mit denen ausländische Millionäre durch unser Land fahren wollen». So die Gasetta Romantscha. Man warnte davor, wegen einiger Silberlinge fremder Autoprotzen die Freiheit der eigenen Strassen zu verkaufen. Die Bauern fürchteten, dass ihre Felder und Wiesen von weiterlesen

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Digitaler Jetlag – Intro

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Im Alltag sind wir längst im digitalen Zeitalter angekommen. Mit unserer inneren Uhr dagegen verharren wir in den Denk- und Handlungsmustern der Industriegesellschaft. Wir befinden uns in einer Art digitalem Jetlag. Diese zeitliche Asymmetrie führt zu Ungleichgewichten, Fehlanpassungen, zu sozialen Problemen und Konflikten. Für uns alle liegt die Herausforderung darin, dass man in Zeiten des rasanten Wandels nicht weiss, wohin die Reise geht. Will man Zukunft, muss man akzeptieren, dass diese unberechenbar ist. Sicher ist einzig, dass sich die durch den technologischen Paradigmenwechsel angestossenen Veränderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik nicht umkehren lassen. Es gibt keinen Reset-Knopf, der die Nachkriegsordnung zurückbringt. Die Frage ist nicht ob, sondern wann und vor allem zu welchem Preis wir den digitalen Jetlag hinter uns lassen. Fortsetzung folgt.

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Ohne Widerstand geht es nicht

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Von Jacob Burckhardt stammt die Erkenntnis, dass Geschichte nicht klug für ein andermal, sondern weise für immer macht. Es geht nicht um Rezepte, sondern um Erkenntnisse. Dies gilt auch für die Herausforderungen, die mit einem Strukturwandel verbunden sind. Immer waren innovative Unternehmer die treibenden Kräfte. So auch im 18. Jahrhundert in St.Gallen, in der Zeit der Leinwandkrise. Wohl kein Zufall ist, dass diese als Einwanderer oder als europaweit tätige Kaufleute in der Stadtpolitik nur eine untergeordnete Rolle spielten. Ihre Unabhängigkeit erlaubte es ihnen, Bestehendes in Frage zu stellen und mit neuen Produkten und vor allem mit einer neuen Produktionsweise auf veränderte Bedürfnisse und Rahmenbedingungen zu reagieren. Der Weg aus der Leinwandkrise führte nicht über politisch motivierte Sicherheitsversprechen und die Garantie des Status Quo. Entscheidend waren vielmehr veränderungsbereite Persönlichkeiten, die nicht den mit dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel verbundenen Gegenwind bekämpften, sondern die Segel neu setzten.

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Politik

Unfairer Wettbewerb

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Die Bundesverfassung geht davon aus, dass Herr und Frau Schweizer mit vollendetem 18. Altersjahr mündig sind. Ihnen stehen alle politischen Rechte zu. Sie können an Wahlen und Volksabstimmungen teilnehmen und sind berechtigt, Volksinitiativen zu ergreifen und Referenden zu unterzeichnen. Weniger Vertrauen bringt die öffentliche Hand dem einzelnen Bürger als Konsument entgegen. Hier gilt es, ihn vor sich selbst zu schützen. Mit staatlich vorgeschriebenen Ladenöffnungszeiten wird sichergestellt, dass die Sonntagsruhe und der Familientisch nicht durch offene Läden gestört werden. Autofahrende Kunden will man mit einer restriktiven Parkplatzpolitik vom segensreichen öffentlichen Verkehr überzeugen. Und mit prohibitiven Steuern auf Alkohol und Tabak bestraft man politisch unerwünschten Konsum. weiterlesen

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Die Luft der Freiheit weht

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Obwohl wir uns erst am Anfang der digitalen Transformation befinden, ist absehbar, in welche Richtung wir unterwegs sind. Dank den Kundenbewertungen in Tripadvisor finden wir ein kleines Boutiquehotel in Bordeaux. Uber macht aus Privatpersonen Taxiunternehmer und mit Airbnb buchen wir Gästezimmer in privaten Haushalten. Dies alles im Sinne einer direkten Verknüpfung privater Interessen und unter Ausschluss staatlich geschützter Monopole und Kontrollinstanzen. Wunderbar. Die eigene Entscheidungsfähigkeit, die eigenen Kompetenzen und der eigene Mut zum Risiko melden sich zurück. Daran werden auch die Proteste der Nutzniesser staatlicher Sicherheitsversprechen nichts ändern.

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Politik

Parmelingate

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Dies gelesen: Bundesrat diskutiert über Ausstandsregeln. Das gedacht: Bundesbern sollte wohl eher über Anstandsregeln diskutieren.

Politik

Schönwetter-Sozialisten

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Dies gelesen: Der Auftrtitt von Etrit Hasler, Poetry Slammer und SP-Kantonsrat, an der 1. Mai-Feier in St.Gallen kam nicht zustande. Die von seiner Agentur geforderte Gage war zu hoch. Ebenfalls nicht zustande kam der Auftritt von SP-Nationalrätin Claudia Friedl an der 1. Mai-Feier in Rapperswil-Jona. Diese Feier wurde wegen schlechter Wetterprognosen abgesagt. Das gedacht: Die Überwindung des Kapitalismus hat nicht nur ihren Preis, sondern funktioniert offensichtlich nur bei schönem Wetter.

Politik

Eigengoal

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Dies gelesen: Auch wenn die Mindestlohniniative vom Stimmvolk am 18. Mai 2014 klar abgelehnt wurde, hat die Initiative viel erreicht: 4000 Franken hat sich als Marke für einen fairen Mindestlohn etabliert. Zahlreiche Unternehmen und ganze Branchen haben angekündigt, ihre Mindestansätze zu erhöhen, etwa die (…) Schuhandelskette Bata. (Quelle: Unia) Das gedacht: Was nützen Lohnerhöhungen, wenn anschliessend die Arbeitsplätze liquidiert werden?

Politik

Vertrauensprinzip

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Dänemark, Schweden, die Niederlande und die Schweiz haben gemäss OECD etwas gemeinsam: In allen vier Ländern gibt es keine Offenlegungspflicht für Parteispenden. Man vertraut dem Bürger. Und wohl nicht ganz zufällig sind alle Nationen wirtschaftlich überdurchschnittlich erfolgreich. Vertrauen macht sich bezahlt.